Wanderung mit dem Handy aufzeichnen: was die App braucht
Standort, Akku, Offline-Karte und freier Speicher: einmal einstellen, auf einem kurzen Probespaziergang prüfen, danach den Track ansehen und sichern.
· Malik · 9 Min. Lesezeit
Eine Wanderung aufzuzeichnen kostet einen Fingertipp. Ob du zu Hause die ganze Wanderung im Track hast, hängt von ein paar Dingen ab, die schon vor diesem Tipp stimmen müssen. Die meisten stellst du am Handy ein, nicht in der App.
Ich gehe sie hier der Reihe nach durch. Danach zeige ich, wie du alles auf einem kurzen Spaziergang ausprobierst. So findest du eine falsche Einstellung in der Nähe von zu Hause und nicht auf halbem Weg zum Gipfel. Zum Schluss geht es darum, was du hinterher mit dem Track machst. Das gilt für jede App, die aufzeichnet, ob für die Runde im Park oder einen ganzen Tag in den Bergen. walker, die App für Spaziergänge, Wanderungen und Radtouren, die ich für Android entwickle, bekommt gegen Ende einen eigenen Abschnitt. Er zeigt, wie eine App das lösen kann.
Was eine Aufzeichnung braucht
Ein Handy hat alles, was auch ein GPS-Tracker zum Wandern hat: einen Empfänger für die Signale der Satelliten, eine Uhr und genug Speicher, um stundenlang Positionen abzulegen. Ob es das über die ganze Wanderung hinweg nutzt, hängt von fünf Dingen ab.
Genauer Standort, während du die App nutzt
Will eine App zum ersten Mal wissen, wo du bist, fragt Android dich. Für eine Aufzeichnung erlaubst du den Standort, solange du die App nutzt, und lässt den genauen Standort an. In den Android-Einstellungen wählst du dafür auf der Standortseite der App Zugriff nur während der Nutzung der App zulassen und lässt Genauen Standort verwenden eingeschaltet. Ohne genauen Standort erfährt eine App laut Googles Hilfe nur, dass das Handy irgendwo in einem Gebiet von etwa 3 Quadratkilometern ist. Für das Wetter reicht das, für einen Track nicht.
„Während der Nutzung“ gilt auch bei ausgeschaltetem Bildschirm. Du musst einer App deinen Standort also nicht immer erlauben, nur damit sie mit dem Handy in der Tasche aufzeichnet. Zeigt eine App die Benachrichtigung ihrer Aufzeichnung, gilt sie als genutzt, und laut der Android-Dokumentation behält sie den Zugriff auf den Standort, wenn du die Home-Taste drückst oder den Bildschirm ausschaltest. Immer zulassen brauchst du nur, wenn eine App anbietet, eine Aufzeichnung fortzusetzen, nachdem Android sie beendet hat.
Die App muss weiterlaufen
Android beendet Apps im Hintergrund, um Akku zu sparen, und manche Handyhersteller tun es viel schneller. Abhilfe schaffst du in den Einstellungen des Handys: Stell die Akkunutzung der App auf Uneingeschränkt, prüf die Stromsparfunktion des Herstellers, und wisch die App nicht weg, solange sie aufzeichnet. Die Schritte dazu und woran du merkst, dass es passiert ist, stehen in GPS-Aufzeichnung bricht ab.
Der Akku
Der Deutsche Alpenverein (DAV) schreibt: „Die meiste Energie beim Smartphone verbraucht das Display (ca. 80 %).“ Am sparsamsten zeichnest du deshalb mit ausgeschaltetem Bildschirm und dem Handy in der Tasche auf. Schau drauf, wenn du die Karte brauchst, und schalt den Bildschirm danach wieder aus. Jede Minute mit dunklem Bildschirm spart Akku für die Karte beim Abstieg und für einen Anruf, falls du einen brauchst. Außerdem rät der DAV, das Handy vor einer Tour komplett zu laden und es nah am Körper zu tragen, damit es warm bleibt. Bei längeren oder kälteren Touren sei eine Powerbank „sehr hilfreich“.
Eine Karte, die ohne Netz geht
GPS braucht keine mobilen Daten, und die Aufzeichnung läuft auch ohne Netz weiter. Anders eine Karte, die aus dem Internet nachlädt: In einem Tal ohne Empfang zeigt sie graue Kacheln um deine Position. Lade die Karte für deine Gegend zu Hause herunter. Dann zeigt sie dir auch dort den Weg und braucht dafür keine mobilen Daten. Wie viel du herunterladen solltest und wie du sie im Flugmodus prüfst, steht in Wanderkarte offline auf dem Android-Handy.
Platz auf dem Handy
Eine gute App speichert den Track auf dem Handy, während du gehst. Die Karten brauchen viel mehr Platz als die Tracks, und auf einem fast vollen Handy geht beim Herunterladen der Speicher aus. Prüf den freien Speicher also, bevor du die Karte herunterlädst, und nicht erst unterwegs.
Für nichts davon brauchst du ein Konto oder eine Internetverbindung. Die Positionen kommen von Satelliten, und der Track landet auf dem Handy. Aufzeichnen geht ohne Anmeldung. Eine App kann dich aus eigenen Gründen um eine Anmeldung bitten, etwa um deine Touren auf ihren Servern zu speichern, aber die Aufzeichnung selbst braucht sie nicht. Was eine App mit Konto über dich erfährt, steht in was deine Wander-App über dich weiß.
Probier es auf einem kurzen Spaziergang aus
Der DAV sagt: „Wer eine Orientierungs-App nutzen will, muss sich mit ihr vertraut machen.“ Eine halbe Stunde in der Nähe von zu Hause reicht, und dabei prüfst du alle Einstellungen von oben auf einmal.
- Stell zu Hause die Standortberechtigung und die Akkunutzung ein, und lade die Karte herunter.
- Schalt den Flugmodus ein und prüf, ob die Karte deine Gegend noch zeigt.
- Starte draußen die Aufzeichnung und warte, bis die App einen GPS-Punkt hat. Unter freiem Himmel dauert das ein paar Sekunden, drinnen viel länger.
- Schalt den Bildschirm aus, steck das Handy ein und geh los.
- Bleib auf halber Strecke ein paar Minuten stehen, wie an einem Aussichtspunkt. Pausiert die App von selbst, schau, ob sie weitermacht, wenn du weitergehst.
- Schau zwischendurch auf den Sperrbildschirm. Die Benachrichtigung der Aufzeichnung sollte dort stehen.
- Beende die Aufzeichnung, speichere sie und sieh dir den Track zu Hause an.
Ist der Track vollständig, halten die Einstellungen. Ist er lückenhaft, hast du es wenigstens einen Kilometer von zu Hause entfernt gemerkt.
Nach der Wanderung
Sieh dir den Track an
Schau auf die Linie auf der Karte und auf die Zeiten.
- Eine gerade Linie quer über die Karte, wo der Weg sich windet, heißt, dass die App dort nichts aufgezeichnet hat. Wahrscheinlich hat Android sie beendet. Stell ihre Akkunutzung vor der nächsten Wanderung auf Uneingeschränkt.
- Eine Strecke, die etwas länger ist als auf dem Wegweiser, ist normal. Jeder GPS-Punkt liegt ein paar Meter daneben, und die Fehler summieren sich: warum dein GPS-Track länger ist als die Wanderung.
- Zeigt die App deiner Begleitung andere Höhenmeter, liegt das meist an einer anderen Quelle für die Höhen: warum jede App andere Höhenmeter zeigt.
Behalte eine Kopie
Ein Track, der nur in einer App auf einem Handy liegt, kann mit der App oder dem Handy verschwinden. Exportier die Wanderung als GPX-Datei (ein offenes Format, das die meisten Karten-Apps lesen), und leg ein Backup von allem außerhalb des Handys ab. Worin sich die beiden unterscheiden und wie du deine Touren aus anderen Apps holst, steht in Daten und GPX aus Komoot, Strava und Garmin exportieren.
So zeichnet walker eine Wanderung auf
walker braucht keine Anmeldung: Es gibt kein Konto, und die Aufzeichnung bleibt auf dem Handy. Du startest die erste Aufzeichnung, ohne eine E-Mail-Adresse anzugeben, und deine Touren bleiben bei dir. Beim Einrichten kommt eine Seite Location (Standort) mit dem Knopf Allow precise location (genauen Standort erlauben).
Tipp auf den runden Aufnahmeknopf unten auf der Karte. walker zeigt dann Waiting for GPS (warte auf GPS), bis ein GPS-Punkt genauer ist als der GPS accuracy threshold (die Grenze für die GPS-Genauigkeit). Solange du nichts änderst, liegt diese Grenze bei 20 m. Die Zeit läuft ab dem Tippen, die Strecke zählt ab dem ersten guten GPS-Punkt. Ungenaue Punkte am Anfang fügen also keine Meter hinzu, die du nie gegangen bist. Während der Aufzeichnung erscheint der Track auf der Karte, und darunter stehen Zeit, Strecke und Tempo, auf einer Wanderung auch, wie schnell du steigst. Zum Beenden hältst du den Knopf gedrückt, walker zeigt dazu Hold to stop (zum Beenden halten). So kann ein Tippen in der Tasche die Wanderung nicht beenden.
Bei ausgeschaltetem Bildschirm zeigt die Benachrichtigung Zeit und Strecke, dazu Pause, Resume (Fortsetzen) und Stop. Tippst du dort auf Stop, öffnet sich walker und fragt erst nach. walker speichert jeden Punkt auf dem Handy, sobald er ankommt. Beendet Android die App, ist die Wanderung bis dahin gesichert.
Auto-pause ist eingeschaltet, bis du es unter Settings → Recording ausschaltest. Stehst du 15 Sekunden still, pausiert walker, und wenn du weitergehst, läuft die Aufzeichnung von selbst weiter. Eine Rast am Gipfel zählt dann nicht als Zeit in Bewegung. Die Hilfe fasst die Schritte im Abschnitt Aufzeichnen kurz zusammen.
Du kaufst walker einmal: Es gibt kein Abo, keine In-App-Käufe und keine Werbung. Vor einer Tour musst du also nichts verlängern.
Vor deiner ersten Wanderung
- Standort: Zugriff nur während der Nutzung der App zulassen, mit genauem Standort.
- Akkunutzung: Uneingeschränkt, und die Stromsparfunktion deines Herstellers geprüft.
- Karte: zu Hause heruntergeladen und im Flugmodus geprüft.
- Speicher: genug frei für die Karte.
- Handy: geladen, und eine Powerbank für einen langen oder kalten Tag.
- Probe: ein kurzer Spaziergang, mit ausgeschaltetem Bildschirm und einem Halt unterwegs.
Richtig eingerichtet ist ein Handy ein guter GPS-Tracker für Wanderungen, und der kurze Spaziergang zeigt dir, ob deins so weit ist. Danach ist die Aufzeichnung der eine Teil des Tages, um den du dich nicht mehr kümmern musst.